Fotopunkt mit Schneemann in ByhleguhreEin Wintertag auf Sommerreise
8. Ludwig-Leichhardt-Trail Ultralauf

So richtig Winter war bei unserem Ultralauf, der als "knallharter Winterlauf" gedacht war und ist, noch nie! Nun gut, vom Datum her schon, aber die Witterung?! Das waren zumeist Frühlingsläufe, von Schnee und Eis war kaum die Spur. Und als wir nach der 7. Auflage im Februar 2020 mal wieder gehofft hatten, dass es 2021 klappen könnte, hatte keiner geahnt, was da tatsächlich auf uns zukommen würde.
Der 8. Ludwig-Leichhardt-Trail Ultralauf wurde nämlich ein "knallharter Sommerlauf".
 
Damals, Februar 2020, hatte man von Corona schon gehört, aber wir hier in Deutschland? Ach, das war doch weit weg!
Doch der so noch nicht geahnte Corona-Lockdown 2020/2021 hatte schon wenige Wochen später, noch im März, die Gesellschaft und damit Alltag und Sport fest im Griff, nichts ging mehr, und als es an die Ausschreibung für die Winterauflage 2021 gehen sollte, setzte gerade der zweite große Lockdown ein. Als ob das nicht genug gewesen wäre, breitete sich am Rande unserer Laufstrecke dann auch noch die Afrikanische Schweinepest aus.
 
Ausschreiben? Gleich ausfallen lassen? Verschieben? Natürlich schweben bei einer privat organisierten Laufveranstaltung dieser Größe ein gewaltiges Kostenrisiko und eventuell vergeudete Freizeit über einem ... aber ...! Kurz: die Meinungen waren verschieden, das altbewährte Organisationsteam löste sich auf. Der alsbald ausgeschriebene Lauf war wie üblich binnen weniger Tage ausgebucht. Der Lockdown hatte jedoch nicht losgelassen, Verschiebung auf August, Überschneidung mit anderen Läufen, Schuleinführungen in Berlin, Absagen, Hitze …
 
Ja, die Hitze!
27 Starter/innen standen am Vorabend des 14. August, einem mit glühender Sonne und bis zu 29 °C vorhergesagten Sommertag, noch in der Starterliste, 21 als verbliebene Helden dann tatsächlich am Start.
Schon hier war klar, dass das heute kein Zuckerschlecken werden würde, dass nicht nur Laufvermögen, sondern auch Taktik und Selbstreflektion entscheidende Kriterien sein werden, um das Ziel zu erreichen, dass das der langsamste, der schwerste aller bisherigen Läufe werden würde.
 
Aber die Stimmung am Start war optimistisch, der Empfang der Gesellschaft Ludwig Leichhardt Trebatsch e.V. herzlich, das traditionelle Gruppenfoto fröhlich, farbig, diesmal grün. Der lautstarke Knall eines gegen die Mittelinsel fahrenden Fahrzeuges, vermutlich fand der Fahrer das bunte Treiben interessanter als den Straßenverkehr, hatte allerdings nicht zum Programm gehört.
 
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Zum Glück war Personen nichts passiert, wie später am Abend auch keinem unserer Teilnehmer! Denn jeder wusste, was er tat.
Zwei Starterinnen haben nach mehr als 40 km die Notbremse gezogen und das Rennen verlassen, die übrigen kämpften mit Vorsicht um die Plätze oder versuchten, einfach nur das Ziel zu erreichen. Dem stand keine Zielschlusszeit im Wege, denn die hatten wir, um Leistungsdruck abzubauen, aufgehoben, eine zusätzliche Getränkestelle nach ca. 31 km, sollte eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung sichern. Das hat letztendlich geklappt!
 
Sascha Hecht, Cottbuser Parkläufer e.V., hatte gemeinsam mit Hugo Knof, Rennsteiglaufverein, sofort die Führung übernommen, war ihm nach ca. 10 km drei Minuten voraus, wurde nach ca. 41 km von Hugo am Verpflegungspunkt wieder eingeholt, konnte dann aber einen knappen Vorsprung in das Haasower Ziel retten. Nach 5:19:04 Std. blieb seine Uhr stehen, die von Hugo Knof bei 5:21:44 Std. Aber nicht nur die beiden hatten sich eine Hitzeschlacht geliefert.
Bernd Schwiebs, Bautzener LV Rot-Weiß 90 , lief nach 5:25:17 Std. als Dritter nur wenig später über die Ziellinie, nur 24 Sekunden vor Karsten Reitsch, Cottbuser Laufsocken, als Vierter! Ganz schön eng bei dieser Hitze!
 
Später, mitten im Feld der Finisher, siegte Katrin Schneider, Bitterfelder SV 2000 e.V., in 6:35:41 Std. vor Rebekka Klinken, LG Ultralauf e.V., noch jung im Ultralaufsport, in 7:09:30 Std., in der Frauenwertung.
 
Als letzter Läufer nahm Mirko Leffler, Südthüringentrail e.V., seine Corona-Bierflasche mit Medaillenersatz, die hochwertigen Schmuckstücke gab es diesmal später im Postversand, unter stehendem Applaus aller Anwesenden, der ihn auf den letzten ca. 100 m begleitet hatte, entgegen. Er war nach mehr als 8:40 Std. im Ziel. Zuvor war er kurzerhand unter Navigation unseres Schlussfahrers in Richtung eines Supermarktes abgebogen, hatte sich dort ergänzend mit eher spezieller Nahrung versorgt und dann sein Rennen auf der Strecke fortgesetzt. Warum nicht, jeder musste seine Methode finden, um diesen sommerlichen Winterlauf durchzustehen.
 
Winterlich war es auf der Strecke übrigens tatsächlich, denn was anders konnte diesmal die Läufer an unserem traditionellen Fotopunkt erwarten, wenn nicht ein Schneemann. Und dieses kleine feine Stückchen Pseudowinter haben auch alle lächelnd genossen.
 
Noch lange, viel länger als sonst, haben wir mit Läufern und Helfern in der inzwischen erträglichen Abendsonne zusammengesessen, gegessen, getrunken, geschwatzt, gelacht, geplant, die eine und andere Idee gesponnen, geboren.
Was daraus wird, wird sich zeigen. Der nächste Ludwig-Leichhardt-Trail Ultralauf aber kommt bestimmt, hoffentlich wie geplant am 19. Februar 2022.
Danke, ihr Helden der Ludwig-Leichhardt-Trail-Hitzeschlacht 2021, dass ihr da wart!
 
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Danke

auch an unsere Partner / Helfer / Freunde, die trotz des verschobenen Termins und der neuen Bedingungen dabei waren und damit diesen wieder einmal großen Lauftag erst möglich gemacht haben:
 
Sabine Löbel, Christin und Johanna Guttke - VP 1
Andreas Bäsig - VP 1 und Fotos
Max Bergmann - als Schneemann und verantwortlich für Urkunden
Vanessa Lau - Fotos Start, See, am Fotopunkt und im Ziel
Silvia und Frank Scheibel - Getränkepunkt km 31
Volker Vogt und Frank Pehla - VP 2
Katrin und Steffen Suski - Getränkepunkt km 50
Almuth Bergmann - Verpflegung / Zielzeiterfassung / Auswertung / Foto
Gunnar Arndt - Schlussfahrer, in diesem Jahr zudem "Koordinator für Sonderverpflegung"  😉
Peter Balke - als sogenannter "Lumpensammler"
 
Besonderer Dank geht natürlich auch
an Britt und Jörg Henning, Gesellschaft Ludwig Leichhardt Trebatsch e.V., für den wie immer herzlichen Empfang am Start und die Bereitstellung dort notwendiger Örtlichkeiten, und
an Wolfgang Moritz mit Team der Vereinsscheune Haasow für das große Ambiente, die herausragende Versorgung und die vielen Kleinigkeiten am Rande, die uns dort abgenommen worden sind.
 
Und danke
für die Geldzuwendungen
an Hugo Knof, Hans-Joachim Pohle, Matthias Habertag und Matthias Christl
und den Verzicht auf die Helfergelder durch
Christin und Johanna Guttke, Sabine Löbel, Andreas Bäsig, Silvia und Frank Scheibel, Volker Vogt, Frank Pehla, Katrin und Steffen Suski, Almuth und Aldo Bergmann, Peter Balke und Gunnar Arndt,
denn das hat der Veranstaltung eine zusätzliche finanzielle Pufferzone geschaffen! 
 
Ludwig-Leichhardt-Trail Ultralauf Summer Edition

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